Wie die NZZ auf den Podcast kam

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 Rebell.Tv Podcast Nzz1

Immerhin. Lange hatte sich die NZZ gegen eine Einführung von RSS-Feeds gewehrt. Dann am Jahresanfang zog die «alte Tante» nach und veröffentlichte schliesslich auch Newsfeeds. Umso erstaunlicher ist, wie schnell nun der Schritt zum ersten NZZ-Podcast folgte.

Diese Woche startete die NZZ in Zusammenarbeit mit rebell.tv probehalber einen Podcast, der die neue NZZkompakt-Seite vertont. Als Experiment lobenswert, inhaltlich leuchtet mir das ganze aber nicht wirklich ein. Wer möchte schon einen Podcast hören, der hauptsächlich aus kurzen Verweistexten auf die wichtigsten NZZ-Artikel des Tages besteht? Trotzdem hat es der Podcast in die «top of the pods» bei iTunes.com geschafft.

Wie es zur Zusammenarbeit mit NZZ kam, erzählt Stefan Seydel von rebell.tv in einem Podcast mit dem Kultpavillon.

Mehr zum Thema:

NZZ: NZZkompakt» als Podcast

rebell.tv: lern-podcast in zusammenarbeit mit der nzz.ch (lesen & sprechen“ mit philip bürkler)

Der Kanal für neugieronautische übertragungen von Stefan Seydel: ((( rebell.tv )))

Kultpavillon: Stefan Seydel zum NZZ-Podcast

Siehe auch:

DIENSTRAUM: DIENSTRAUM | Die NZZ will keinen RSS-Feed

DIENSTRAUM: Während die Verleger schliefen

2 Kommentare

  1. hallo michael. danke für deine zusammenstellung. via eMail fragst du noch, wie es weitergeht. hier meine (zu) schnelle reaktion:
    zuerst:
    als „neugieronaut“ bin ich auf das wissen des nicht wissens spezialisiert. das ist eine art „emergency design“. es geht mir weniger um präzision also um die gestaltung. von sozialen prozessen. zum beispiel. kurzum: ich garantiere dir, es geht SEHR überraschend weiter 😉
    danach:
    wer sich so komische files in die ohren drückt? tja. gute frage. bloss schade, dass du die antwort schon zu kennen meinst. ich jedenfalls weiss es WIRKLICH nicht.
    das war die abmachung:
    wir lesen der nzz die neu gemachte rückseite des ersten bundes, genannt „NZZkompakt“. eine art ausführlicheres inhaltsverzeichnis. und sonst nichts. punkt. ausser – ich glaube das hat die nzz noch gar nicht gemerkt! – wenn wir den eindruck hatten, eine meldung sei zu helvetisch, haben wir sie einfach ausgelassen… (wer liest denn die nzz als zeitung der kleinstadt schweiz? hä? dafür gibt es doch knackigere BLICKpunkte. manche davon, sind sogar schon in 20 minuten ausgelutscht und weggeworfen. eben! also!) auf anregung der seitenscheffin haben wir dann irgendwann noch das wetter gelesen. wir sind ja nicht unflexibel ;-))
    umgekehrt konnte ich den namen meines vlogs – rebell.tv – erklären. und dabei zeigen, dass ich mich an die alten radikalen, natürlich sozial liberalen werte zu erinnern vermag und eine erneuerung verlange. täglich. und am 25. april 2006 zum zweiten mal mit einem event im rLife: http://intervention.ch/175 (kommst du auch an den bodensee?) ganz ohne auf sponsoren- und werbegelder zu schielen. so unabhängig, wie sich die professionellen journalisten es sich wünschen dürfen müssten. martin hitz hat in seiner ersten reaktion auf unser projekt am montag wohl ganz richtig bemerkt, dass dies die eigentliche spitze des projektes war:
    „Da stossen in der Tat zwei Welten aufeinander: Dead trees meet the Internet! Copyright meets Copyleft!“
    http://medienspiegel.ch/archives/001260.html
    so gesehen, war dieses einwöchige projekt vielleicht nur oberflächlich gesehen ein podcast-projekt. was hälst du von dieser interpretation?
    zum schluss:
    mich persönlich hat doch noch leicht irritiert: da steht die „alte tante“ – vielleicht sollten wir hier noch sagen, dass wir diese bezeichnung für die nzz in der schweiz durchaus sehr liebevoll meinen können! – mal kurz auf. jagt 6x ein mp3 durch den digitalen raum. setzt sich mal kurz oben auf die „top of the pods“ liste und legt sich dann sinierend auf die schäslonge zurück… das finde ich schon ziemlich cool… meine iritation aber:
    da düdeln wir von web 2.0, von rss, deep linking, von social tagging, von horizontaler vernetzung und all dem zeugs. und dann macht ein „toter baum“ einen trockenen pups und … also … ich finde, das ist erklärungsbedürftig.
    das erinnert mich daran, dass bei der erfindung der druckmaschine nicht der traum in erfüllung ging, dass viel mehr menschen ihre meinung anderen meinung kund tun konnten. es wurden ablassscheine gedruckt. bert brechts radio theorie ist auch nie abgehoben. „alle macht der super 8“ ebenfalls nicht.
    mein fazit:
    wenn sogar der chef-ökonome der gewinngeilsten bank der welt – http://www.ubs.com – weiss, dass geld ein mittel zur freiheit ist – http://intervention.ch/rebell.tv/704.wmv – dann… ähm… sollten wir vielleicht besser diesen klaus w. wellershoff zu unserem sozialminister wählen? was meinst du?
    wie auch immer. sei wild. ich bleibe rebellisch /sms 😉

  2. Michael sagt

    Vielen Dank für Deine Antwort. Wenn ich sie lese, sehe ich plötzlich viel Raum für Bewegung bei der NZZ. 🙂
    Nochmals: Dass die NZZ überhaupt experimentiert, erachte ich als positiv. Bezüglich Podcast kämen mir jedoch andere geliebte NZZ-Inhalte in den Sinn, die ich noch viel lieber hören würde als die Schlagzeilen der NZZKompakt. Aber wer weiss, vielleicht geht es ja sogar damit «SEHR überraschend» weiter. Bin jedenfalls gespannt.

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