Copy-Paste-Journalismus

Medien / Online-Journalismus

Zürcher Hochschule Winterthur hat heute eine Studie veröffentlicht, welche die Qualifikationsanforderungen an Online-Journalisten untersucht. Die 180-seitige Studie kommt zum Schluss, dass sich der Onlinejournalismus bislang nicht vom herkömmlichen Journalismus emanzipieren konnte.
SDA: Studie: Onlinejournalismus bleibt „Copy-Paste-Journalismus
«Die Befragten verbringen zwar die Hälfte ihrer Arbeitszeit mit journalistischen Tätigkeiten. Darunter verstehen sie aber weniger eigenständige Rechererche als vielmehr das Redigieren von Fremdtexten. Der bei der Befragung gefallene Begriff des ‹Copy-Paste-Journalismus› sei bezeichnend.»
Die Studie:
Zusammenfassung (PDF)
Ganze Studie: Qualifikationsanforderungen an Online-Journalisten (PDF)
Zürcher Hochschule Winterthur: Institut für Angewandte Medienwissenschaft (IAM)
Kommentare:
Medienspiegel.ch: Online-Journalismus: Selektieren, redigieren, aufbereiten
Berner Gazette: Wir nicht!
Zu einem vergleichbaren Schluss wie die Schweizer Studie kommt die US-Studie «State of the News Media»:
DIENSTRAUM:  State of the News Media

4 Kommentare

  1. Die Ergebnisse sind in Summe nicht weiter verwunderlich, wenn man sieht, wie die meisten Online-Versionen klassischer Print (oder TV- oder Radio-)Titel vor allem als zusätzliche Verwertungsstufe des in der „richtigen Redaktion“ erschaffenen Contents genutzt werden. Die Online-Redaktionen „garnieren“ ja meist nur mit zusätzlichen Aktualitätsschnippseln. Das ist auch ok – ich finde z.B. Spiegel Online oder die Online FTD ganz brauchbar. Bei letzterer vor allem den sehr ordentlichen RSS-Feed.
    Anlass zu Hoffnung geben die hier festgestellten Tendenzen, dass „nicht mutterhausgebundene“ Nur-Online-Redaktionen durchschnittlich personell besser ausgestattet sind und noch am ehesten Online-spezifische Ausdrucksformen nutzen.
    Der „Online Journalismus“ wird nicht aus diesen Wurzeln der Online-Anhängsel-Redaktionen erwachsen! Was nicht heißt, dass es ihn nicht geben wird!
    Irreführend finde ich die Aussage in diesem Beitrag „Zu einem vergleichbaren Schluss wie die Schweizer Studie kommt die US-Studie «State of the News Media»“.
    Fazit dieser Studie lautet nämlich u.a.: „Thus there would be two Internets, in a sense. There would be the big media, the handful of places where large audiences assemble, and where huge multi-platform news organizations would deliver news on demand worldwide in sophisticated ways, perhaps better than they do now. And then there would be the open Internet – the water cooler, bloggers and clamoring citizens, off in their niches, in chat rooms and grass roots organizations, creating movements and confounding the establishment. And the Internet would be home to both. As of 2004, the signs are pointing in that direction.“

  2. @Markus: Danke für das Zitat aus der US-Studie. Wie das Zitat zeigt, geht diese Studie in ihrem Fazit etwas weiter.
    MIt vergleichbar meinte ich nur die Einschätzung, dass das Potential des Online-Journalismus noch nicht voll ausgeschöpft wird:
    «The promise of Internet news is its availability, immediacy, interactivity and unlimited space. Which of these characteristics are really being taken advantage of? (…) This content study suggests that the Internet has made marked progress in the last few years, but the degree to which it is fulfilling its potential varies widely.»
    http://www.stateofthenewsmedia.com/narrative_online_contentanalysis.asp?cat=2&media=3

  3. «Copy-Paste-Journalismus» bei der NZZ

    Am 26. Oktober 2004 meldete Unique (Flughafen Zürich AG) in einer Medienmitteilung, dass ab heute Donnerstag das Instrumentenlandesystem für die Südanflüge definitiv in Betrieb genommen wird. Unique schrieb unter anderem:
    «Wie im Protokoll des …

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