Linke-Machtzentrum-Paranoia

Kultur

Provokateur Köppel versucht Satiriker Giacobbo zu provozieren:
Weltwoche: «Ich neige eher zu Mitleid»
Köppel: «Die Schweizer Politsatire trat einst gegen die Mächtigen an, und die waren alle rechts. Heute sitzen die Linken an den Hebeln in Politik, Medien, Universitäten. Macht es noch Spass, aus dem Machtzentrum heraus gegen die Rechte zu witzeln, die mittlerweile in der Opposition ist?»
(…)
Köppel: «Verglichen mit dem Maurer-Bashing wirkten Ihre Schmunzelattacken auf Leuenberger & Co reichlich verhalten.»
Giacobbo: «Stimmt, mittlerweile putzen sich alle die Schuhe an der SVP ab. Das finde auch ich uninteressant. Wenn einer einfach Blocher ruft in einem Saal, wird schon gelacht. Mir reicht das nicht. Aber wir haben ja noch die Satirezeitschrift Weltwoche, die antizyklisch die Linken drannimmt.»
(…)
Köppel: «Ich behaupte einfach, die Schweizer Satire sei kreuzbrav. Sie hat sich auf bequeme Feindbilder eingeschossen und klammert sich an helvetische Uralt-Klischees. Beängstigt Sie das nicht nachts kurz vor dem Lichterlöschen?»
Giacobbo: «Es ist nicht das Brave, das Sie stört, sondern die politische Richtung. Sie können linke Satiriker nicht dafür verantwortlich machen, dass es keine rechte Satire gibt. Und das Einzige, was mich nachts vor dem Lichterlöschen beunruhigt, ist der Gedanke, ich hätte auf der Bühne oder vor der Kamera Scheisse gebaut.»

1 Kommentare

  1. Jagomir Bohn sagt

    Ja, der Giaccobo ist schon gar sehr auf die helvetischen Klischees fixiert, allzusehr verliert er gelegentlich den Gesamtrahmen aus den Augen. In einem gewissen kulturellen Sinne *ist* er schon rechte und zuallertiefst bürgerlich-ängstliche „Satire“. Und wenn er es nicht wahrhaben will, dann, so leid es mir tut, ist das halt auch Teil davon, realsatirisch, sozusagen. So unlustig ist das gar nicht, nur eben, nicht allzu lange und allzu sehr.

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