Helmut Markwort, Chefredakteur Focus

Medien

Die Zeit: Der Spiegelfechter
„Bis es Focus gab, herrschte, zumindest auf dem Magazinmarkt, ein klares Monopol. Die veröffentlichte Meinung war politisch links. Das haben wir aufgebrochen, und das stört unsere Mitbewerber und die gesamte so genannte linke Presse. Dafür werden wir angegriffen. Und manchmal wehren wir uns. Das ist gut für unser Ego und signalisiert denen, dass wir uns nicht alles gefallen lassen.“

1 Kommentare

  1. Kurt Schäfer sagt

    Sehr geehrter Herr Markwort,
    Sie sind professionell, konservativ und vielleicht mit der Weisheit des Alters ausgestattet – Sie kennen „the name of the game“.
    Gerade deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mit Ihrer Medienmacht helfen würden, den Unterschied zwischen „Leistungsgesellschaft“ und „Geldgesellschaft“ öffentlich zu machen. Denn:
    • Vollzeit-Mütter verstehen unter dem Begriff „Leistungsgesellschaft“ nicht, warum ihr Beruf undotiert sein soll.
    • Zeitarbeiter verstehen unter dem Begriff „Leistungsgesellschaft“ nicht, warum ein Großteil ihrer Leistung in Multi-Level-Systemen verloren geht, statt bei ihnen zu bleiben.
    • Familien verstehen unter dem Begriff „Leistungsgesellschaft“ nicht, warum beide Elternteile arbeiten müssen, wenn die Leistung nicht fair an den Leistungs-Erbringer bezahlt, sondern von Nicht-Leistungserbringern abgeschöpft wird.
    Würde man wenigstens zwischen „Leistungsgesellschaft“ und „Geldgesellschaft“ unterscheiden, wäre dies reinigend – denn:
    • Vollzeit-Mütter verstünden nun, warum ihr Beruf undotiert sein soll – denn wir leben eben nicht in einer Leistungsgesellschaft, sondern in einer Geldgesellschaft..
    • Zeitarbeiter verstünden nun, warum ein Großteil ihrer Leistung in Multi-Level-Systemen verloren geht, statt bei ihnen zu bleiben – denn wir leben eben nicht in einer Leistungsgesellschaft, sondern in einer Geldgesellschaft.
    • Familien verstünden nun, warum beide Elternteile arbeiten müssen – denn wir leben eben nicht in einer Leistungsgesellschaft, sondern in einer Geldgesellschaft.
    Weiterhin würde endlich einmal die Neiddebatte aufhören. Der Ehrliche, Kompetente und Fleißige, sei es auf dem Bau, im Handwerksbetrieb, im Ingenieursbüro oder in der Arztpraxis, müsste sich nicht mehr vorhalten lassen, leistungsschwach zu sein, nur weil er geldschwach ist – denn er wüsste ja: Wir leben nicht in einer Leistungsgesellschaft.
    Ich verstehe und akzeptiere, dass die Wirtschaft per se keine sozialen Interessen hat und haben darf. Man darf von jemandem, der ausschließlich dem Shareholder verantwortlich ist, nichts anderes erwarten.
    Ich verstehe und akzeptiere auch, dass der Staat nicht unendlich viel Geld hat, um soziale Schieflagen zu korrigieren.
    Ich akzeptiere jedoch nicht, wenn man über semantische Falschmünzerei der Bevölkerung einredet, materieller Besitz und persönliche Leistung seien proportionale Größen. Bei Mindestanforderungen an Anstand und Intellekt ist eine solche Aussage nicht möglich.
    Ich bin sicher, dass diesbezüglich ein Impuls zur disziplinierten Nutzung der Sprache aus der konservativen Ecke kommen muss, weil alles andere als Neidgeschrei von links abgetan wird – die Kirchen würden in einem solchen Fall auf Ihrer Seite sein, weil sie qua Auftrag gar nicht anders können.
    Tun Sie bitte was – Sie werden damit der Kultur unserer Gesellschaft einen Gefallen tun.
    Mit freundlichen Grüßen
    Kurt Schäfer

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