«How to Lose Your Job at a Saudi Newspaper»

Fawaz Turki war Journalist bei Arab News, einer englischsprachigen saudischen Tageszeitung. Bis er gefeuert wurde. In der Washington Post berichtet er wie es dazu kam:

«What mattered was that I had committed one of the three cardinal sins an Arab journalist must avoid when working for the Arab press: I criticized the government. The other two? Bringing up Islam as an issue and criticizing, by name, political leaders in the Arab or Islamic world for their brazen excesses, dismal failures and blatant abuses.»

in Washington Post: How to Lose Your Job at a Saudi Newspaper

Was geschieht nun in Zeiten der Blogoshphäre, wenn ein solche Kolumne erscheint? Sie wird von den «Nahost-Weblogs» seziert. In diesem Fall fasst «The Arabist» zwei verschiedene Meinungen von Bloggern zur Person und Karriere von Fawaz Turki zusammen. Eine positive von «Aqoul» und eine negative von Angry Arab. Wem glauben? Was glauben? Was ist sachliche Kritik, was sind persönliche Ressentiments? Die Vielfalt der Meinungen hat zwar etwas Bereicherndes, aber auch etwas sehr Ermüdendes. Eine Erfahrung, die ich in letzter Zeit immer häufiger mache.

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Die grössten Medienkonzerne 2005

Die NZZ bespricht die Neuauflage des Klassikers «Wer beherrscht die Medien?» von Lutz Hachmeister und Günther Rager. Im Artikel bemerkt Stephan Russ-Mohl, dass Warner, Walt Disney und Viacom und die News Corporation ihre Plätze in der Top Ten zwar halten konnten, die Macht unter den 50 Grossen – trotz aller Medienkonzentration – immer wieder neu verteilt wird.

In Zukunft will Hachmeister das Buch ausserdem als Online-Datenbank zugänglich machen:

«Aufgrund der Schnelllebigkeit des Mediengeschäfts liegt es nahe, auf der Basis von “Wer beherrscht die Medien?” ein Online-Informationssystem zu entwickeln, das mit dem Tempo von schwankenden Umsatzzahlen, Fusionen am Markt und wechselndem Führungspersonal Schritt halten kann. Ziel des Informationssystems ist es, umfassende und aktuelle Strukturdaten zu internationalen Medienkonzernen und ihren Zielmärkten über eine Internet-Website dem Publikum und der Branche verfügbar zu machen.»

Die Rangliste 2005

1. Time Warner Inc. New York USA

2. Walt Disney Comp. Burbank/ USA

3. Viacom Inc. New York/USA

4. News Corp. Ltd. Sydney/AUS

5. Bertelsmann AG Gütersloh/D

6. Comcast Corp. Philadelphia/USA

7. Sony Corp. Tokio/J

8. NBC Universal Inc. New York/USA

9. Vivendi Universal S.A. Paris/F

10. Groupe Lagardère Paris/F

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Changing Media

Fünf Fragen, die am Changing Media Summit des Guardian diskutiert wurden:
Podcasting: Will generation iPod change broadcast forever?
Blogging: Understanding the commercial impact of blogging
Social Media: How can media owners and advertisers develop a business model?
Citizen Media: What is the impact of user-generated content on the traditional business model?
DRM: Can digital rights management achieve its security goals?

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In Video Veritas

Einen interessanten Gebrauch von Video-sharing-Diensten wie Youtube oder Google Video macht eine Website namens «In Video Veritas». Dort präsentiert ein unbekannter Student eine Sammlung von kurzen Videos des italienischen Premiers Silvio Berlusconi, die ihn bei seinen zahlreichen mehr oder weniger vorteilhaften TV-Interventionen zeigen. Wenige Tage vor dem entscheidenden 9. April, an dem die Wahlen in Italien stattfinden, bedient sich dieser besorgte «studente universitario» der Speicher- und Hostingkapazitäten von Google und Youtube, um das Gedächtnis der Italiener aufzufrischen.

Eine erstaunliche Fülle an Video-Material findet sich auch, wenn man bei den Diensten direkt nach «Berlusconi» sucht: Yahoo! Video, Google Video oder YouTube.

In Video Veritas: In Video Veritas

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Reuters und die neuen Medien

Tom Glocer, CEO von Reuters, sagt, dass die Medienindustrie zur Zeit umgewälzt werde, da immer mehr Leser ihre eigenen Inhalte im Netz veröffentlichen. Für Reuters sieht er drei Herausforderungen:

  1. «That we employ real experts who understand the dynamic of this market – what’s really going on
  2. That we build on and take forward our services – mixing together professional content with insightful amateur material
  3. And finally, that we continue to place high value in old media skills like writing and editing, because these are always going to be important.»

in FT.com: Ask the expert: Should old media embrace the new?

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Blog-Rebellen

Newsweek sprach mit Jason Calacanis, der im vergangenen Oktober sein Weblog-Netzwerk Weblogsinc. für 25 Millionen Dollar an AOL verkauft hat. Calacanis leitet das Blog-Unternehmen nach wie vor selber, betont aber, dass AOL ihm nicht sage, was er zu tun habe. Sein Top-Blogger Peter Rojas beispielsweise, sei freier denn je:

«Now he has the freedom to say that [a company] sucks. Mainstream journalists, with very few exceptions, don’t have the ability to use that word. Journalists are rebels – they’re supposed to be fighting against the Empire and getting the truth.»

in Newsweek: AOL’s Blog King

Mehr dazu:

DIENSTRAUM: DIENSTRAUM | AOL kauft Weblogs Inc.

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Salon veröffentlicht «Abu Ghraib Files»

In einem Artikel mit dem Titel «Abu Ghraib Files» veröffentlicht Salon.com weitere 279 Photos und 19 Videos aus den Archiven der US-Militärermittler («Criminal Investigation Command»). Warum?

«The documentary record of the abuse has come out in the media in a piecemeal fashion, often lacking context or description. (…) We believe this extensive, if deeply disturbing, CID archive of photographic evidence belongs in the public record as documentation toward further investigation and accountability.»

Salon.com: Abu Ghraib Files

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«La RAI Tre è una macchina da guerra.»

Berlusconi hat es am Sonntag fast ein halbe Stunde ausgehalten in der Sendung «in 1/2h» von Lucia Annunziata. Dann wird es ihm zu kritisch, er beschimpft die Moderatorin als eine Linke und verlässt die Sendung. Schon zu Beginn der Sendung betitelt er den Kanal Rai Tre als eine «Kriegsmaschine», die es auf ihn und seine Regierung abgesehen hat.

Der Cavaliere und sein Verhältnis zum italienischen Staatsfernsehen. Ein Beispiel. Sehenswert, lehrreich.

Berlusconi Annunziata

Bild: Berlusconi verabschiedet sich, und geht.

Rai Tre: Lucia Annunziata intervista Silvio Berlusconi

jetzt.de: “Das ist eine Kriegsmaschine!”

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Debatte 2.0

Auch der Guardian experimentiert. Neuestes Projekt ist «Comment is free», eine Mischung aus Gruppen-Weblog und Meinungswebsite.

«Comment is free is a major expansion of Guardian comment and analysis on the web. It is a collective group blog, bringing together regular columnists from the Guardian and Observer newspapers with other writers and commentators representing a wide range of experience and interests. The aim is to host an open-ended space for debate, dispute, argument and agreement and to invite users to comment on everything they read.»

Der Grund, warum der Guardian dieses Projekt gerade jetzt starte, sei die Tatsache, dass Diskurs und Debatte immer mehr ins Netz abwandern, schreibt Georgina Henry:

«Why are we launching it now? Because it’s obvious to us that our major competition for opinion and debate is moving online, and unless we move with it, we’re failing our journalists and future generations of readers. We need to expand and deepen the debate which takes place every day in our newspapers and for which we have an unrivalled reputation.»

Und Arianna Huffington äussert sich zur oft verbreiteten Angstvorstellung, dass die Blogosphäre den Tod für die grossen Medien bedeute:

«I am frequently asked if the rise of the blogosphere is the death knell for Big Media. My answer is that Big Media isn’t dead; it’s critically ill but will actually be saved by the transfusion of passion and immediacy of the blogging revolution. Blogging and the new media are transforming the way news and information are disseminated, as evidenced by the number of traditional media outlets, like this one, dipping their collective toe into the blog pond.»

Guardian Unlimited: Comment is free

Guardian Unlimited: Now the little guy is the true pit bull of journalism

Comment is free: Welcome to Comment is free

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Wie die NZZ auf den Podcast kam

 Rebell.Tv Podcast Nzz1

Immerhin. Lange hatte sich die NZZ gegen eine Einführung von RSS-Feeds gewehrt. Dann am Jahresanfang zog die «alte Tante» nach und veröffentlichte schliesslich auch Newsfeeds. Umso erstaunlicher ist, wie schnell nun der Schritt zum ersten NZZ-Podcast folgte.

Diese Woche startete die NZZ in Zusammenarbeit mit rebell.tv probehalber einen Podcast, der die neue NZZkompakt-Seite vertont. Als Experiment lobenswert, inhaltlich leuchtet mir das ganze aber nicht wirklich ein. Wer möchte schon einen Podcast hören, der hauptsächlich aus kurzen Verweistexten auf die wichtigsten NZZ-Artikel des Tages besteht? Trotzdem hat es der Podcast in die «top of the pods» bei iTunes.com geschafft.

Wie es zur Zusammenarbeit mit NZZ kam, erzählt Stefan Seydel von rebell.tv in einem Podcast mit dem Kultpavillon.

Mehr zum Thema:

NZZ: NZZkompakt» als Podcast

rebell.tv: lern-podcast in zusammenarbeit mit der nzz.ch (lesen & sprechen” mit philip bürkler)

Der Kanal für neugieronautische übertragungen von Stefan Seydel: ((( rebell.tv )))

Kultpavillon: Stefan Seydel zum NZZ-Podcast

Siehe auch:

DIENSTRAUM: DIENSTRAUM | Die NZZ will keinen RSS-Feed

DIENSTRAUM: Während die Verleger schliefen

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