«This video may contain content that is inappropriate for some users.»

Wie von vielen vorausgesehen, ist ein vollständiges Video der Exekution von Saddam Hussein im Internet aufgetaucht. Das Video zeigt in schlechter Qualität nicht nur die Vorbereitungen zur Hinrichtung, sondern auch wie sich die Falltüre öffnet und der Körper Husseins in die Tiefe sackt. Die Aufnahmen sollen angeblich von der Kamera eines Handys stammen.

Das Video ist bei Youtube und Google Video aufgetaucht (Boingboing hat die Links). Bei Youtube heisst es als Warnung lapidar: «This video may contain content that is inappropriate for some users, as flagged by YouTube’s user community. By clicking ‘Confirm’, you are agreeing that all videos flagged by the YouTube community will be viewable by this account.»

BBC hat auch dieses Video ausgestrahlt, aber nur bis zum Zeitpunkt, bevor die Falltüre sich öffnet. Die Haltung der BBC erläutert Kevin Bakhurst im The Editors Weblog: «There were several conversations between the senior figures in BBC News about what we would probably show if the execution was televised – which seemed likely. One decision was that we wouldn’t show the moment of execution itself – even if it were made available (which it wasn’t).»

Editor&Publisher gibt einen Überblick wie verschiedene US-Medien die Bilder der Exekution verwendet haben. Eine ähnliche Presseschau hat Poynter zusammengestellt.

Mehr:

BBC NEWS | The Editors: Saddam’s execution

Poynter Online: Coverage of the Execution and its Aftermath

Editor&Publisher: Newspapers, Online Editors, TV, Show Images of Saddam Hanging

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Al Jazeera English: Video shows Saddam being taunted

BBC NEWS: Video shows taunts at execution

SPIEGEL Online: Hinrichtung: Vollständiges Video im Internet veröffentlicht

MercuryNews.com: Execution video: TV no, Net yes

RED HERRING: Saddam’s YouTube Execution

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Update (weitere Einschätzungen der Berichterstattung):

New York Times: An Overnight Death Watch, and Then Images of the Hangman’s Noose

Variety.com: Saddam execution sees networks rely on Arabic source

The Hollywood Reporter: News coverage shows restraint with limited Saddam footage

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Die Bilder von Saddams Exekution

Husseinexec

Saddam Hussein wurde heute morgen gehängt. Mehrere Nachrichtensender, darunter auch CNN und BBC World, haben Bilder von den Vorbereitungen der Hinrichtung ausgestrahlt. Die kurze Sequenz, die zuerst vom arabischen Sender al-Arabija gesendet wurde, zeigt wie dem Ex-Diktator die Schlinge um den Hals gelegt wird. Dann stoppt die Aufnahme. Später übernahmen die Nachrichtensender vom irakische Fernsehen zudem Bilder, die den Leichnam Husseins zeigen.

Noch gestern trafen sich Verantwortliche der grossen amerikanischen Sender, um den Umgang mit möglichem Bild- und Videomaterial der Exekution zu diskutieren. Laut NY Times sprach sich Paul Friedman von CBS News explizit gegen die Ausstrahlung der Bilder aus, während Steve Capus von NBC einen historischen Moment ausmachte: «I think it might be appropriate at some point to see an image of Saddam after he is hanged. (…) I think about that iconic image of Nicolae Ceausescu in Romania, lying literally in the gutter. (…) I want to do this with a measure of taste, but I don’t want to stand in the way of history.» Die meisten anderen Verantwortlichen hielten sich bedeckt und wollten erst mögliches Material beurteilen und danach entscheiden. Ein kurzer Überblick heute morgen macht deutlich: die meisten Sender haben die Sequenz der Vorbereitungen der Hinrichtung ausgestrahlt.

Die TV-Stationen scheinen zu realisieren, dass es im Zeitalter von Online-Videos nur eine Frage der Zeit ist, bis explizites Video- oder Bildmaterial im Internet auftauchen wird. Unklar ist wie die Sender reagieren würden, wenn sie zu Videomaterial der ganzen Exekution kämen.

In diesem Zusammenhang ist die Haltung von Youtube bemerkenswert, da die Video-Sharing Site wohl am schnellsten mit Uploads einer solchen Sequenz konfrontiert würde. Als die NY Times um eine Stellungnahme zu ihrer Veröffentlichungspolitik bat, war niemand für ein Statement verfügbar.

Für eine indirekte Herangehensweise hat sich Newsweek entschieden und Ali Al Massedy, den Mann der die Exekution gefilmt hat, interviewt.

Mehr:

New York Times: TV Executives Debate Whether to Show Execution

The Huffington Post: Eat The Press | FOX SHOWS IT

The Huffington Post: Eat The Press | With No Word On Video

Newsweek: Videographer of Saddam Execution

The VizEds Blog: Saddam hanged: Newspaper front pages

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Ägyptische Blogosphäre

Einen guten Einstieg in die ägyptische Blogwelt bietet die Journalistin Rania Al Malky mit ihrer Website Egyptblogreview.com, auf der sie verschiedene politische Weblogs aus Ägypten porträtiert.
Die Website ist gedacht als Treffpunkt für Blogger und als Forum für Kommentare von Experten zur Lage der Medien in Ägypten und zur Reflexion über die Auswirkungen des Bürgerjournalismus..
- Egyptblogreview.com

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Hello, welcome to Egypt!

Ich weile zur Zeit gerade in Kairo und lerne arabisch. Nebenbei versuche ich, mich der arabischen Medienwelt etwas zu naehern. Zwei interessante Beispiele fuer hiesige Weblogs sind The Arabist von Issandr El Amrani und das von der Deutschen Welle ausgezeichnete Blog “Manal and Alaa’s Bit Bucket“. Manalaa.net wird von Alaa Abdel Fattah und Manal Hassan gefuehrt und gelangte im Fruehjahr dieses Jahres in die Schlagzeilen, als Alaa fuer 6 Wochen festgenommen wurde.
- The Arabist
- Manal and Alaa’s Bit Bucket

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Jenseits des Mainstream

In der vergangenen Woche habe ich zusätzlich zur Lektüre der NZZ und verschiedener Websites von Zeitungen parallel das Weblog von As’ad AbuKhalil verfolgt, um mich über den Krieg im Libanon zu informieren. AbuKhalil ist gebürtiger Libanese und heute Politikprofessor an der California State University Stanislaus. In seinem Weblog The Angry Arab News Service kommentiert er scharfzüngig, wütend und bisweilen auch äusserst polemisch den stattfindenden Konflikt. Er ist ein Beispiel für die grosse Zahl libanesischer und israelischer Blogger, die ihre Meinung über die kriegerischen Ereignisse im Web kundtun und so den Diskursraum erweitern.

Update: Nachfolgend Artikel, welche sich mit dem Dialog (oder Monolog?) im Web befassen und Links zu weiteren Blogs anbieten:

New York Times: Online, Tears and Empathy for Israelis

tagesschau.de: Nahost-Blogs: Im Netz diskutieren die Feinde

TheNation: Mideast News: Beyond the Mainstream

NZZ: «Shalom and Salaam»

TP: Der etwas andere Dialog über den Krieg im Libanon

World Opinion Roundup: A Conflict Viewed Through Very Different Lenses

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Haben wir schon Krieg?

Jon Stewart nahm vorgestern die Berichterstattung der US-Sender über den Libanon aufs Korn. Haben wir schon Krieg? Oder handelt es sich erst um kriegerische Handlungen oder kriegerische Akte? Befindet sich der Libanon am «Rande eines Krieges» oder bereits mittendrin? Stewart kommentiert: «Friday, CNN was ready to declare…Brink of war? What does it take for you people to lose the question mark? 300 rockets in two days? One side called it an open war. I think the other side said they were gonna turn the clock back 20 years in Lebanon. And still, brink?». Nicht erst seit der Einführung von Begriffen wie «collateral damage» und «war on terror» kommt der Sprache im Kontext von Kriegen ein entscheidende Rolle zu. Wer schreibt oder sendet, definiert. Die Sprache ist oft eines der ersten Kriegsopfer. Heute erlöst uns der Economist und titelt: «The accidental war»

Hier geht’s weiter:

Huffington Post: Jon Stewart Blasts CNN, Nets For Coverage Of “War?”

ÖSFK: Gute Medien – Böser Krieg?

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Pourquoi tant de haine?

Es ist ein Traum. Wer bloggt, hat wahrhaftig Glück. Von überall her schwappt einem die Bewunderung entgegen. Täglich erhalte ich Dutzende von Fan-Mails und an guten Tagen tituliert man mich gar einen «professionellen Nachäffer» mit «Potenzial». Ausserdem verdiene ich angeblich illegal ein Schweinegeld mit Amazon-Buchlinks und pflege es, mich seit Jahren als Amerikaner vorzustellen, der nur zufällig einen schweizerischen und einen italienischen Pass besitzt. Wohin nur mit all dieser Zuneigung?

Früher hat man seine unfertigen Gedanken dem Tagebuch anvertraut, heute wird gebloggt. MySpace-Teenies tauschen auf ihrem virtuellen Pausenhof Panini-Bildli. «Angry arabs» machen sich Gedanken über die Bedingungen von Krieg und Frieden im Nahen Osten. Sportblogger untersuchen die Rundheit des Leders und berechnen Flaggenstatistiken. Wieder andere sinnieren über die conditio humana und verlieren sich in einer ausufernden Seelenschau. Warum auch nicht? Ich habe die Möglichkeit, im Netz zu publizieren, immer breit verstanden. Bloggen ist schliesslich ein individualistisches Phänomen.

Warum aber gibt es eine wachsende Zahl an Geschwätzigkeitsvirtuosen, die glauben, es sei ihre moralische Pflicht, über alles und jeden eine Meinung zu haben? Woher kommt das Heisse-Luft-Produzieren, das Phrasen-Geplätscher, die unaufhörliche Web-Schwadronade? Die Maxime scheint zu lauten: Wenn Du nichts weisst, sei wenigstens radikal subjektiv! Herr Frankfurt sieht den Grund für eine solche Haltung in einer weit verbreiteten Ansicht, welche Aufrichtigkeit höher stellt als Richtigkeit: Derzufolge ist Unvoreingenommenheit unmöglich und Tatsachentreue folglich zwecklos. Statt sich um eine richtige Darstellung zu bemühen, wende man sich heute dem Versuch zu, «eine aufrichtige Darstellung seiner selbst zu geben.»

Herr Schrillmacher, zum Abschluss ein persönliches Wort. Lassen Sie die späte Phase Ihrer Adoleszenzkrise hinter sich. Verschwenden Sie nicht ihr Talent, auch wenn Sie sich mit Ihrer Blogkritik auf dem Weg zu Kultstatus befinden. Lassen Sie die Schreibübungen und beginnen Sie mit ihrem Werk! Ich glaube nämlich, Sie haben Potenzial.

Ich unterschreib jetzt mal mit einem Pseudonym. Unter Jungautoren macht man das so.

Pink Panter

PS: Eine Definition des Fremdworts Potenzialismus habe ich im Internet gefunden. Natürlich in einem Weblog.

«Eine philosophische Lehre der angeboreren und realisierbaren, entdeckbaren oder entwicklungsbaren Möglichkeiten (kurz Potenzialen) der Menschen bezeichnet sich als Potenzialismus.»

Hier gehts weiter:

Kultblog: Blogkritik.ch

Bernetblog: Paul Ziermann bloggt gleich viermal

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Demokratisierung der Medien?

Digital Literati Qtmov-1

Ein Kurzfilm von Daniel Meadows:

«We are not stupid out here. So come on Big Media, are you with us or against us?»

in Morph: Digital Literati

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Rupperts Zukunftsmaschine

Wired Murdoch Myspace

Eine interessante Einführung in MySpace, Ruppert Murdochs 580 Millionen-Dollar-Wette auf die soziale Zukunft des Internets:

«News Corp. has been spinning deals with iTunes, two-minute mobisodes of Prison Break, and download agreements with terrified local affiliates. But none of that answers the question that gnaws at Rupert Murdoch and moguls everywhere: Without the old network certainties, who or what will perform the essential function of a media company – that is, grab and hold attention on an industrial scale? MySpace offers an answer.»

in Wired: His Space

Mehr zu MySpace:

BusinessWeek: News Corp.’s Place in MySpace

BusinessWeek: The MySpace Generation

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«Pourquoi je quitte Liberation»

T3 Une 2006 06 30

Serge July, Mitgründer der Libération, verlässt auf Druck von Grossaktionär Edouard de Rothschild seine Zeitung und macht damit den Weg frei für eine neue Kapitalspritze.

In seiner Abschieds-Kolumne äussert July sich zu den Herausforderungen mit denen die Libération konfrontiert ist.

«[La Libération] affronte, comme tous les quotidiens généralistes payants dans le monde, le maelström de la révolution numérique, qui est, en plus intense, en plus violent, en plus rapide, ce que furent toutes les révolutions industrielles (…). L’ère du numérique a créé un nouveau monde qui bouleverse l’ensemble de l’industrie médiatique, son économie comme ses usages. L’ensemble des médias est secoué par une recomposition dont les nouveaux centres de gravité s’appellent l’Internet et le mobile.»

Eine Antwort auf diese Umwälzungen suchte das Blatt – ähnlich wie der Guardian – mit der Formulierung einer «bimedialen» Strategie («le premier quotidien français véritablement bimédia»), welche Print und Internet vereinen sollte. Den Anfang machte vergangenen Oktober eine neue Version der Website der Libération.

«Enfin et surtout, nous avons tracé une route d’avenir, imaginé le bimédia (le quotidien électronique et papier), multiplié les publications exceptionnelles et hebdomadaires depuis plusieurs mois.»

in: Libération: Libération : «Pourquoi je quitte “Liberation”»

Mehr dazu:

derStandard.at: “J’ t’aime, moi non plus”: Petition für “Libération”

Libération: Serge July: «Je m’adresse à vous pour la dernière fois»

Petition der Leser: Sacré Libé

Zur «bimedialen» Strategie der Libération:

Libération: Libération à l’heure du Bimédia

Libération: Libération.fr fait peau neuve

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